Das Unternehmen

 

WAL und autologer Fett-Transfer: Eine neue, effektive Methode für den Eigenfett-Transfer zur Brustvergrößerung.

Interview mit Dr.med. Klaus Ueberreiter, Asklepios Klinik Birkenwerder/Berlin. Von Inge Matthiesen

Frage: Was hat die Einführung dieser neuen Methode zur Fett-Transplantation ausgelöst?

Dr. Ueberreiter: Seit Mitte der 90er Jahre sind Mikro-Fett-Transplantationen durch die Veröffentlichungen von Sydney Coleman in New York zunehmend populär geworden und weltweit zum Ausgleich von Gewebsdefiziten im Gesichtsbereich verwendet worden. Auch die Möglichkeiten der Brustvergrößerung mit Eigenfett als Alternative zu Silikon-Implantaten mit dieser Methode wurden immer mehr diskutiert.

Frage: Hat es inzwischen Fortschritte bei der Brustvergrößerung gegeben?

Dr. Ueberreiter: Im März 2007 wurden durch Coleman die Ergebnisse einer Studie über Brustvergrößerungen mit Eigenfett vorgestellt (1), weitere Ergebnisse haben Zocchi und Delay aus Italien und Frankreich publiziert. Seither ist die Möglichkeit der Brustvergrößerung durch Eigenfett allgemein anerkannt.

Frage: Was sind die Nachteile der bisherigen Methode und die Vorteile der von Ihnen neu entwickelten Methode?

Dr. Ueberreiter: Die bisher angewandten Methoden der Mikro - Fett - Transplantation mit Zwischenschritten wie Zentrifugieren sind sehr aufwändig und mit langen OP-Zeiten verbunden. Beim Absaugen mit dem body-jet® dagegen kommt das Fett gewaschen und blutarm aus dem Körper. In Untersuchungen konnten wir nachweisen, dass es die gleiche Anzahl von vitalen Fettzellen und Fettstammzellen (Präadipozyten) enthält wie das mit den bisherigen Methoden gewonnene Fett. Es steht damit erstmalig eine Methode zur Gewinnung von Fettzellen zur Verfügung, welche die Zeit für die Liposuktion nur geringfügig  verlängert und den Zeitaufwand für die gesamte Prozedur deutlich verkürzt.

Frage: Können Sie die Methode etwas genauer beschreiben?

Dr. Ueberreiter: Die Liposuktion mit dem body-jet® stellt ein besonders schonendes Verfahren für die Fettabsaugung dar, wie es inzwischen auch in verschiedenen Veröffentlichungen nachgewiesen werden konnte, z.B. durch Stutz, Araco, Meyer (2). Wir wenden das System seit 2004 erfolgreich an. Es lag daher nahe, einen speziellen Sammelbehälter mit zusätzlichen Filterfunktionen zum sterilen Auffangen des Fettes zu konstruieren, was dank der Zusammenarbeit mit der human med AG gelungen ist. Unter Verwendung des body-jet® zusammen mit dem AquaShape® LipoCollectorTM muss das ausgesiebte, gewaschene Fett nicht mehr zentrifugiert werden und kann direkt für die Reinjektion weiterverwendet werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Gewinnung der Fettzellen mit der WAL (water-jet assisted liposuction) durch sehr dünne Lumina mit Öffnungen von 0,9 mm möglich ist. Dadurch sind die Fettzellen im Transplantat feiner verteilt und können besser mit den entsprechend dünnen Kanülen reinjiziert werden, so daß ein geringeres Risiko für Fettgewebsnekrosen und Verkalkungen gegeben ist.

Frage: Planen Sie auch eine Veröffentlichung der Ergebnisse dieser neuen Methode?

Dr. Ueberreiter: Seit Oktober 2007 führen wir eine prospektive kontrollierte Studie zur Brustvergrößerung durch, die Erfahrungen bei bisher mehr als 30 Patientinnen sind sehr vielversprechend. Die Ergebnisse werden unter anderem durch bildgebende Verfahren (MRT) vor und sechs Monate nach der OP überprüft. Nach Abschluß der Studie im April 2009 werden wir die Daten auswerten und publizieren.

Frage: Für welche Patientinnen ist diese Methode vorrangig geeignet?

Dr. Ueberreiter: Es gibt im Wesentlichen drei Gruppen für die Anwendung dieser Methode: Es sind dies erstens Patientinnen mit primär ästhetischen Wünschen zur Brustvergrößerung, weiterhin sehr geeignet ist die Anwendung zur Defektauffüllung und bei Asymmetrien sowie in Fällen, wo Silikon-Implantate langfristig nicht vertragen werden und daher entfernt werden müssen. Ein dritter sehr wichtiger Anwendungsbereich ist der Wiederaufbau nach Brustkrebs-Operationen.

Frage: Können Sie etwas zum möglichen Fettgewebsaufbau bzw. zur Anzahl der erforderlichen Fett-Transplantationen sagen?

Dr. Ueberreiter: In den ersten Ergebnissen zeigt sich, dass Vergrößerungen um mehr als eine Körbchengröße zwei Fett- Transplantationen erfordern. Ein Wiederaufbau nach Tumor-Resektion macht etwa vier bis fünf Transplantationen erforderlich, wobei diese Vorgehensweise für die Betroffenen viel weniger belastend ist als ein freier Gewebetransfer z.B. aus dem Bauchlappen.

Frage: Wie lange verbleiben die transplantierten Zellen im Gewebe?

Dr. Ueberreiter: Die eingeheilten Zellen verbleiben dauerhaft im Gewebe. Nach ca. sechs Wochen  sind etwa 80% der transplantierten Zellen eingeheilt.

Frage: Stellt die Abgrenzung gegen mögliches Tumorgewebe in bildgebenden Verfahren noch ein Problem dar?

Dr. Ueberreiter: Nein, hierzu gibt es inzwischen zahlreiche Veröffentlichungen.

Frage: Herr Dr. Ueberreiter, können Sie die Vorteile dieses neuen Verfahrens noch einmal ganz kurz zusammenfassen?

Dr. Ueberreiter: Die Vorteile liegen darin, dass innerhalb einer Operation Fett entnommen (Liposuktion) und übertragen (Fett-Transplantation) wird. Die gesamte Prozedur dauert nur ca. zwei Stunden. Weiterhin ist die Vitalität und die Einheilungsrate der so gewonnenen Fettzellen aufgrund des schonenden Verfahrens sehr gut. Der gesamte Eingriff kann unter Lokalanästhesie mit Dämmerschlaf durchgeführt werden und ist in ambulanter Behandlung möglich.

(Interview erschienen in hydrosurgery news)

Kontakt:

Dr. K. Ueberreiter, Asklepios Klinik Birkenwerder/Berlin, Hubertusstrasse 12-22, 16547 Birkenwerder, Germany http://www.plastische-chirurgie-birkenwerder.de/